A-1548 - Gips
| Sachgruppe | Grubenausbau |
| Maße | Höhe: 8,1cm, Breite: 12cm, Tiefe: 0,6cm |
Marienglas, auch Selenit, ist eine klar durchsichtige, besonders reinen Varietät des Minerals Gips (CaSO4•2H2O). Die großen, durchsichtigen Kristalle von Marienglas lassen sich sehr gut in dünne Blättchen spalten. Sein Name entstand durch die Verwendung der Spaltplatten als Glasscheibenersatz vor Marienbildern und in Reliquienbehältern. Die dünnen Blättchen waren im Gegensatz zum damaligen Glas blasenfrei und gleichmäßig dick. Allerdings ist Marienglas sehr weich und kann schon mit dem Fingernagel zerkratzt werden!
Fein gemahlenes Marienglas wird als historisches Pigment auch in Beschichtungswerkstoffe gemischt, um ihnen eine hohe Brillanz zu verleihen.
Marienglas darf nicht mit Glimmer verwechselt werden. Dies kann man leicht überprüfen: Erhitzt man es über einer Flamme, färbt sich Marienglas weiß und zerfällt zu Pulver.
Berühmt für ihr Marienglas ist die Kristallgrotte in der Marienglashöhle bei Friedrichroda im Thüringer Wald. Die größten natürlich gewachsenen Selenitkristalle der Welt entdeckte man vor einiger Zeit in der Mine von Naica in Nordmexiko. Die Höhlen enthalten bis zu 14 m lange und bis zu 50 Tonnen schwere Kristalle aus Selenit.
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