A-0487 - Hausmodell

Sachgruppe Architektur
Material Holz, Stroh, Glas, Gips, Gestein
Datierung 1950er Jahre
Maße Breite: 108cm, Höhe: 66cm, Tiefe: 62cm

Modell eines niederdeutschen Fachhallenhauses, genauer eines niedersächsischen Marschenbauernhauses in Fachwerkbauweise. Eine Dachseite ist geöffnet, wodurch sich ein Blick auf den inneren Aufbau ergibt. Die Türen und die Klappen der Futterkrippen sind beweglich. Das Dach ist mit Stroh gedeckt.

Der traditionelle Haustyp war bis ins 19. Jahrhundert hinein im gesamten nördlichen Mittelmeerraum verbreitet. Er bot Raum für Wohnen und Wirtschaften, für Menschen und Vieh unter einem Dach. Die Außenwände bestanden aus Fachwerk, das mit lehmvertrichenem Flechtwerk oder Ziegeln ausgefüllt war. Das Dach war mit Stroh oder Reet gedeckt. Der Haupteingang mit der Grootdör liegt in der Mitte der Giebelseite des Wirtschaftsteils und führt auf die Diele, die als Dreschplatz und zur Einbringung der Ernte auf dem großen Dachboden diente. Links und rechts der Diele war Vieh untergebracht.

Am Ende der Diele lag der offene Küchenbereich mit einem oder zwei gemauerten Schwibbogenherden ohne Schornstein. Der Rauch durchzog das Fachhallenhaus, schützte die eingelagerte Ernte auf dem Dachboden vor Ungeziefer und räucherte Fleischwaren.

Noch um 1790 galt folgende Beschreibung für die Mehrheit der norddeutschen Häuser: „Die Küchen sind kalt und allem Winde offen. […] Auch sind an vielen Bauernhäusern noch keine Kamine, darum sieht da alles so schmutzig und so schwarz aus. Menschen, Kleider, Leinenzeug, das Essen und das Futter fürs Vieh sind wie geräuchert.“

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