A-0424 - Zündnadelgewehr
| Sachgruppe | Handfeuerwaffen (Kriegswesen) |
| Material | Nussbaumholz |
| Technik | geschnitzt |
| Datierung | Mitte 19. Jahrhundert |
| Maße | Länge: 124cm, Gewicht: 5kg |
Hinterlader, Kaliber 10 mm, mit achtfach gezogenem Lauf, Perkussionszündung von unten und Zündnadelverschluss mit einklappbarem Kammerverschluss und Selbstspannung, Abzug mit Stecher. Kolbenkasten mir eisernem Klappdeckel, beschnitzter Nussbaumschaft mit Blattornamenten und gewaffeltem Kolben mit Backe. Die Eisengarnitur ist durchgängig mit der Waffennummer „146“ gestempelt. Kimme und Korn, Trageriemen und Ladestock fehlen.
Bei diesem kombinierten Zündnadel-Perkussionsgewehr mit Stechabzug handelt es sich offenbar um einen Prototypen, der von den Gebr. Beutter in Reutlingen hergestellt wurde. Sie betrieben in Reutlingen eine Hufschmiede und Büchsenmacherei, die um 1846 von dem aus dem Militärdienst entlassenen Johann Georg Beutter übernommen wurde. Das von ihm konstruierte Zündnadelsystem basierte auf dem von Johann N. v. Dreyse entwickelten Zündverschluss.
Bei der ausgestellten Waffe handelt es sich um eine Schützenbüchse mit Stecher, die trotz des Zündnadelschlosses noch eine Perkussionszündung besitzt. Der gerundete Schaftboden und die Schnitzverzierungen sowie der extrem empfindliche Stecherabzug, der ein schnelles und präzises Auslösen ermöglicht, sprechen für eine Jagdwaffe. Die Kombination von Hinter- und Vorderladung ermöglichte es dem Schützen zusätzlich auch an Schießtreffen mit Perkussionsbüchsen teilzunehmen.
Eine vergleichbare Waffe befindet sich heute im Wehrtechnischen Museum Koblenz (Inv. Nr. 07228) und trägt die Herstellerbezeichnung „GEBR. BEUTTER REUTTLINGEN“.
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