A-0421 - Perkussionsgewehr

Sachgruppe Handfeuerwaffen (Kriegswesen)
Material Nussbaumholz, Stahl, Messing
Technik Metalltechnik, Holztechnik
Datierung 1865
Maße Länge: 194,5cm (mit Bajonett), Länge: 148cm (ohne Bajonett), Breite: 17cm, Tiefe: 5,5cm, Durchmesser: 2,2cm (Lauf), Gewicht: 5kg

Ein halb geschäftetes Perkussionsgewehr mit Messingmanschetten, Gewehrkolben mit Backe sowie zugehörigem Ladestock und Bajonett. Das Gewehr ist zum Reinigen des Laufes zerlegbar. Auf dem messingbeschlagenen Schaftboden findet sich eine Inschrift in chinesischen Langzeichen. Die Lateinische Umschrift lautet: "Lizi di jiu bai liu shi san hao" (Lizi Nummer 963). Dabei wurden für die Zahlen (jiu bai liu shi san) Schriftzeichen benutzt, die man sonst nur für Geldscheine oder Schecks einsetzte, um Fälschungen zu vermeiden.
China importierte im 19. Jahrhundert verschiedene europäische Hieb- und Stichwaffen, die unter anderem während der gegen Großbritannien geführten Opiumkriege (1839-1842 und 1856-1860) zum Einsatz kamen und auch im Boxeraufstand (1900) noch verwendet wurden. Attacken der Boxerbewegung gegen Ausländer und chinesische Christen führten 1900 zum Krieg zwischen China und einer aliierten Armee der "Vereinigten acht Staaten", darunter auch das Deutsche Reich. Der Boxerkrieg endete mit einer Niederlage Chinas, möglicherweise handelt es sich bei dem Perkussionsgewehr um eine Beutewaffe.

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