A-0392 - Horn des Arbeitergesangvereins Eintracht

Sachgruppe Vereine/Verbände
Hersteller unbekannt
Datierung 1907
Maße Länge: 44cm, Breite: 9cm, Tiefe: 29cm
Technik graviert

Ein langes, in sich gedrehtes Rinderhorn mit schwarzer Spitze und Silber beschlagenem Rand. In der Mitte des Horns eine aufgeschraubte Silbermanschette mit Gravur "Dem Arbeiter Gesangsverein Eintracht gew. V. ihrem Vereinswirt J. Hinrichs 1907" und zwei eingeschraubte Messingsösen mit einer kurzen Kordel. Die Arbeitersängerbewegung, die in den 1860er/70er Jahren mit selbstständigen Gesangsvereinen ihren Anfang nahm, gehörte zu den großen massenwirksamen Arbeiterkulturorganisationen der Weimarer Republik. Der Elmshorner Verein "Eintracht" ging 1896 aus der Gesangsabteilung eines Arbeiterbildungsvereins hervor und zählte zu den sechs im Kreis Pinneberg nachweisbaren Arbeitergesangvereinen. In der Weimarer Republik erfuhr er einen starken Aufschwung und wuchs bis 1928 auf 247 aktive und passive Mitglieder an. Zu seinem musikalischen Repertoire gehörten neben Arbeiterliedern auch klassische Chorwerke, Walzer und Volkslieder, die dem bürgerlichen Musikgeschmack entsprachen. 1920 richtete der Elmshorner Verein einen "gemischten Chor" ein und erfuhr einen großen Zulauf an weiblichen Mitgliedern. Der Vereinsname wurde in "Volkschor Eintracht" geändert. In der NS-Zeit erfuhr auch der Elmshorner Arbeitergesangverein eine Gleichschaltung und damit einen großen Mitgliederschwund. Nach 1945 bestand er noch einige Jahre als eigenständiger Verein. 1959 besiegelte jedoch die Wende der SPD zur Volkspartei das Ende der Arbeitersängerbewegung und viele Sänger traten bürgerlichen Vereinen bei. Ein langes, in sich gedrehtes Rinderhorn mit schwarzer Spitze und Silber beschlagenem Rand. In der Mitte des Horns eine aufgeschraubte Silbermanschette mit Gravur "Dem Arbeiter Gesangsverein "Eintracht" gew. V. ihrem Vereinswirt J. Hinrichs 1907" und zwei eingeschraubte Messingösen mit einer kurzen Kordel.