A-0106 - Mangelbrett
| Sachgruppe | Mangeln/Bügeln |
| Material | Holz |
| Technik | geschnitzt, bemalt (Holztechnik) |
| Datierung | 1780 |
| Maße | Höhe: 65cm, Breite: 16cm, Tiefe: 14cm |
Farbig gefasstes, hölzernes Mangelbrett mit reicher figürlicher Schnitzerei. Die äußere rote Kante ist glatt, die Längsseiten werden durch eine blattartige Bogenkante gerahmt. Der halbrunde Griff ist in Form eines Meerweibchens (Meerjungfrau/Nixe) gearbeitet, das Griffende geht in einen eingerollten Fischschwanz über. Oberhalb des Meerweibchens ist eine nahezu nackte weibliche Figur zu sehen, die mit einen Bein auf einer dunklen, geflügelten Kugel steht. Die Figur wird nur spärlich von einem langen roten Tuch bedeckt, welches in einem Bogen um ihren Oberkörper flattert. Sie hält das Tuch mit beiden Händen fest. Es handelt sich um die Glücksgöttin Fortuna, welche über die Erde wandelt. Das Gesicht der Fortuna ist beschädigt und wurde nachträglich aufgemalt. Darunter befinden sich drei farbige Blüten. Unterhalb des Griffes befinden sich zwei große Tannenzapfen und ein weiblicher Engelkopf mit darunter befindlichen Flügeln.
Die Kombination der geschnitzten Motive verweist darauf, dass das Mangelbrett in der Wilster- oder Krempermarsch oder in Glückstadt hergestellt wurde. Es existiert zudem ein nahezu identisches Mangelbrett in Privatbesitz, welches aus Wewelsfleth (nördlich von Glückstadt) stammt und die Jahreszahl 1789 aufweist. Zudem zeigt auch das Wappen der Stadt Glückstadt die Fortuna. Trotz der Übereinstimmung der gezeigten Motive (Fortuna, Meerweibchen, Blüten, Tannenzapfen, Engelskopf) und der sehr ähnlichen Darstellung sind vor allem Unterschiede in der handwerklichen Ausführung zu erkennen. Es wäre zu vermuten, dass das Mangelbrett aus Wewelsfleth als Vorbild gedient hat.
Reich verzierte Mangelbretter waren nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern auch Brautgeschenke und waren Teil der Aussteuer. Sie wurden sowohl von Möbeltischlern als auch von „Laien“ (z.B. Vater, Bruder, Verlobter) gefertigt.
Zum Mangeln wurde die leicht befeuchtete Wäsche zur Schonung in ein Rolltuch aus Leinen gehüllt und fest um die Mangelrolle gewickelt. Mit dem Mangelbrett wurde diese Rolle dann hin- und hergerollt und so die Wäsche geplättet.
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