A-0102 - Mangelbrett und Mangelrolle

Sachgruppe Mangeln/Bügeln
Material Holz
Technik geschnitzt, bemalt (Holztechnik), gedrechselt
Datierung 1748
Maße Höhe: 65cm, Breite: 15cm, Tiefe: 11,5cm

Hölzernes Mangelbrett, farbig gefasst, mit ornamentaler und figürlicher Schnitzerei und der Jahreszahl 1748. Der halbrunde Griff endet am unteren Ansatz in einer Krone. Die äußere Kante des Mangelbrettes ist mit einer breiten schwarz-roten Bogenkante verziert. Auf schwarzem Grund ist am oberen Ende eine Figur mit Krone und rotem Mantel dargestellt, die eine Harfe spielt. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um König David aus dem Alten Testament. 
Am unteren Ende des Griffes befinden sich zwei Figuren, die sich die Hände reichen, zwischen ihren Köpfen fliegt eine Taube kopfüber auf die ineinander verschränkten Hände zu. Es ist anzunehmen, dass es sich bei der Taube um eine Abbildung des heiligen Geistes handelt. Unterhalb der Figuren sind zwei rot gefasste Herzen und die Jahreszahl 1748. Die Deutung liegt nahe, dass es sich bei der Jahreszahl um ein Hochzeitsdatum handelt und bei den beiden Figuren um das Brautpaar, dessen Bund vom heiligen Geist gesegnet wird. 
Zu dem Mangelbrett gehört noch ein Mangelholz mit kugeligen Enden (Inventarnummer A-0111).

Reich verzierte Mangelbretter waren nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern auch Brautgeschenke und waren Teil der Aussteuer. Sie wurden sowohl von Möbeltischlern als auch von „Laien“ (z.B. Vater, Bruder, Verlobter) gefertigt.
Zum Mangeln wurde die leicht befeuchtete Wäsche zur Schonung in ein Rolltuch aus Leinen gehüllt und fest um die Mangelrolle gewickelt. Mit dem Mangelbrett wurde diese Rolle dann hin- und hergerollt und so die Wäsche geplättet.

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