A-0059 - Truhe
| Sachgruppe | Kastentruhen |
| Material | Holz, Eisen |
| Technik | geschnitzt, Schwalbenschwanz |
| Datierung | 1730 |
| Maße | Breite: 119cm, Tiefe: 56cm, Höhe: 56cm |
Abschließbare Flachdeckeltruhe aus rotbraunem Holz. Auf den Seiten ist jeweils ein eiserner Griff zum Tragen angebracht, auf der Frontseite ein eiserner Schlossbeschlag. Die Vorderseite der Truhe ist durch eine geschnitzte Bordüre optisch in zwei Felder eingeteilt. In der Mitte jedes Feldes befindet sich eine große geschnitzte Blüte. Oberhalb der Blüten ist folgender Schriftzug eingeschnitzt: "MARTHA KAHLKE ANNO 1730".
Truhen waren die wichtigsten bäuerlichen Aufbewahrungsmöbel in Schleswig-Holstein. Sie dienten überwiegend der Aufbewahrung von Textilien, wie Leinenwäsche, Bettzeug oder Kleidungsstücken. Besondere Bedeutung hatte die so genannte Aussteuertruhe. In Deutschland war es noch bis in das 20. Jahrhundert hinein üblich, dass junge Frauen bis zum Zeitpunkt der Heirat eine Grundausstattung für den zukünftigen Haushalt erworben hatten. Diese „Aussteuer“ bestand häufig aus hochwertigen Heimtextilien, Essgeschirren und anderen im Haushalt benötigten Gegenständen, die meist in Form von Geschenken erworben und bis zur Heirat aufbewahrt wurden. Besonders im ländlichen Raum diente dazu die erwähnte Aussteuertruhe. Da es sich bei dieser Truhe auch um ein Statussymbol handelte, dass den Reichtum der Familie der Braut belegte, waren Ausstattung und Verzierung des Möbels so aufwendig wie möglich. Üblich war es auch die Truhe mit dem Namen der Braut sowie dem Datum der Hochzeit oder Verlobung zu versehen. Dadurch wurde sie genau wie andere traditionelle Liebesgaben oder Hochzeitsgeschenke, zum Beispiel Mangelbretter, Hochzeitslöffel und bemalte Betten oder Schränke, zu einem Zeugnis der rechtsgültigen Verbindung des Ehepaares, da es häufig noch keine schriftlichen Dokumente, wie etwa eine Heiratsurkunde gab.
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