2009-0311-a-b - Kette und Armband aus Haar
| Sachgruppe | Schmuck für Körper und Kleidung |
| Material | Haar, Rotgold |
| Datierung | Anfang 20. Jahrhundert |
| Maße | Länge: 50cm (Kette) / Länge: 23cm (Armband) |
Halskette und Armband aus geflochtenem braunem Haar. Bei der Kette mündet das geflochtene Haar jeweils in einer Metallkugel mit einer Öse (vermutlich Rotgold). Verschlossen wird die Kette mit einem Federring (vermutlich ebenfalls Rotgold). Das geflochtene Armband mündet jeweils in einer stark verzierten unregelmäßig geformten Metallperle. Der Verschluss des Armbands besteht aus einer zylinderförmigen Metallperle, die ebenfalls im Stil des Barock verziert ist und einer kurzen Sicherheits- oder Verlängerungskette (vermutlich auch Rotgold).
Der Haarschmuck wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von einem Perückenmacher geflochten. Er fiel im Zweiten Weltkrieg.
Haarschmuck und Erinnerungsbilder aus menschlichem Haar wurden vom späten 18. bis in das frühe 20. Jahrhundert gefertigt. Besonders beliebt war der Schmuck aus Haar in der Zeit des Biedermeiers (1815 -1848), in der es einen ausgeprägten Freundschafts- und Andenkenkult gab. Schmuck und Bilder aus Menschenhaar wurden als Liebesgaben oder als Geschenke und Schmuck anlässlich von Freundschaft, Verlobung, Hochzeit gereicht. Darüber hinaus wurde menschliches Haar zu Anfertigung von Erinnerungsbildern, Erinnerungsblättern in Poesiealben und Totengedenkbildern verwendet. Der Erinnerungswert entstand dadurch, dass das Schmuckstück oder Bild aus den Haaren eines bestimmten Menschen gefertigt wurde. Hergestellt wurden die filigranen Werke nicht nur von Friseuren, Perückenmachern und Näherinnen, sondern auch von Frauen in Handarbeitskreisen und Klosterfrauen.
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