2002-0385 - Fotoapparat Kodak Brownie Super 27
| Sachgruppe | Fotografie, visuelle Medien und Zubehör |
| Material | Kunststoff, Glas, Metall |
| Hersteller | Koadk Eastman Companie |
| Herstellungsort | Rochester (NY) |
| Datierung | 1961-1965 |
| Maße | Höhe: 16cm, Breite: 7cm, Tiefe: 7,5cm |
Kunststoffkorpus, Objektiv ,,Kodak F/8". 2 Einstellmöglichkeiten für Helligkeit für Entfernung. Integrierter Blitz, Filmfenster, Filmtransport mittels Drehschalter, Batteriefach.
Die Brownie Super 27 von Kodak ist eine Sucherkleinbildkamera für Filme im Format 4x4 cm. Das auffällig flache und breite Gehäuse besteht aus verschiedenen Kunststoffen, der rückwärtige Teil ist schwarz und genarbt wie Leder, der vordere Teil silbern. Die Seiten- und Frontteile sind aus Aluminiumblech. Die Kamera hat einen eingebauten Blitzhalter für AG-1 Blitzbirnen und kann von einer Kunststoffklappe verdeckt werden. Mit einem Drehregler können zwei verschiedene Blenden eingestellt werden: „CL’DY BR’T“ sowie „SUNNY“. Also eine kleine Blende für sonniges und eine große für bewölktes Wetter. Am Ring um das Objektiv kann die Entfernung eingestellt werden. Dazu gibt es die Einstellung „Close-Ups“ für Nahaufnahmen und „Beyond 6 Ft.“ für weiter entfernte Motive. Der Auslöser hat zwei verschiedene Geschwindigkeiten: 1/80 bei geschlossenem Blitz und 1/40 bei geöffnetem Blitz.
Auf der Oberseite befindet sich ein Drehrad für die Filmbeförderung. Erst das Weiterdrehen des Filmes löst den blockierten Auslöser und verhindert so Doppelbelichtungen.
„Brownie“ ist der Name einer langjährigen erfolgreichen Kodak-Serie von einfachen und günstigen Fotoapparaten. Die Brownie Boxkameras machten so das Fotografieren für eine breite Bevölkerungsschicht populär und ermöglichten das Konzept des „Schnappschusses“. Die erste Brownie wurde im Februar 1900 vorgestellt. Es handelte sich um eine Boxkamera für Rollfilme, mit einem Gehäuse aus Pappkarton und einer einfachen Meniskuslinse. Durch die simple Handhabung und den geringen Einführungspreis von einem Dollar sollte die Kamera für alle Menschen erschwinglich und nutzbar sein – ganz im Sinne des berühmten Werbespruchs von Kodak „You push the button, we do the rest.“ (Sie drücken den Knopf, wir machen den Rest). Die Kamera erhielt ihren Namen nach den erfolgreichen Comic-Strips, über die gleichnamigen schottischen Hauskobolde, des kanadischen Illustrators Palmer Cox.
1908 schrieb der österreichische Architekturkritiker Joseph August Lux das Buch „Künstlerische Kodakgeheimnisse“ in dem er das kulturelle Potential des Gebrauchs der Brownie Kameras lobte. Die Zugänglichkeit der Kamera für Amateure führe dazu, dass die Menschen ihre Umgebung fotografieren und dokumentieren und damit Stabilität in die sich immer schneller verändernde Welt bringen könnten.
Die Eastman Kodak Company ging 1892 aus dem Großunternehmen Eastman Dry Platy Company hervor. Beide wurden von dem Erfinder George Eastman und dem Geschäftsmann Henry Strong gegründet. Kodak ist ein von Georg Eastman erfundener Phantasiename, der kurz und prägnant sein sollte. Der Name sollte in allen Sprachen der Welt aussprechbar sein und keine negativen Bedeutungen enthalten. Der wichtigste und bekannteste Werbeslogan war „You press the button – we do the rest“ („Sie drücken auf den Knopf, wir erledigen den Rest“). Dies bezog sich auf die einfachen Boxkameras von Kodak, die komplett mit belichtetem Film bei Kodak eingesandt werden konnten. Kodak schickte dann die Kamera und die entwickelten Fotos zurück. Kodak hatte damit einen wichtigen Beitrag zur Popularisierung der Fotografie geleistet.
Neben Rollfilmen stellte Kodak ab 1888 industriell gefertigte Fotoapparate her, darunter einige der bekanntesten Fotokameras wie die Kodak Nr.1, die Brownie sowie später die Instamatic. Die von Kodak 1935 eingeführten Farbdiafilme der Kodachrome-Serie setzten über Jahrzehnte den Qualitätsstandard; sie wurden zunächst als 8-mm-Schmalfilm, ab 1936 auch als 35-mm-Kleinbildfilm konfektioniert. In den 1930er Jahren kam es dann zwischen AGFA und Kodak zu einem Wettbewerb bei der Einführung der ersten marktauglichen Farbnegativ-Filme.
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