2001-0186 - Schildkröt "Wumbi"
| Sachgruppe | Puppen und Zubehör |
| Material | Celluloid, Glas |
| Datierung | 1960er Jahre |
| Gebrauchsort | Flensburg |
| Maße | Länge: 28cm, Breite: 11,5cm, Breite: 7cm |
Der dunkelhäutige Puppenjunge „Wumbi“ von Schildkröt wurde das erste Mal 1931 im Katalog vorgestellt. Gesichtszüge und Kleidung wurden „typisch afrikanisch“ gestaltet und noch heute werden derartige Puppen teilweise als „Neger-Puppen“ bezeichnet. Der Puppenjunge trägt das Original-Outfit bestehend aus Bastrock und Kette, die Ohrringe aus goldfarbenen Münzen sind leider nicht mehr erhalten. Das weibliche Gegenstück hieß „Mambi“ und trug eine Echthaarperücke.
Schildkröt produziert noch heute hochwertige Puppen. 1873 wurde die Firma in Mannheim unter dem Namen “Rheinische Hartgummiwarenfabrik” gegründet. Im Jahre 1883 wurde sie umbenannt in “Rheinische Gummi- und Celluloidfabrik”. Damit ist Schildkröt von den heute bestehenden Puppenherstellern der älteste. 1896 wurde die erste Puppe aus Celluloid hergestellt. Dies war gegenüber den bis dahin verwendeten Materialien Holz, Pappmache oder Porzellan eine Neuerung - man konnte die Puppen abwaschen und sie waren bruchsicherer als Porzellan. Warenzeichen ist bis heute die Schildkröte.
Die bekanntesten Schildkröt Puppen waren der Hans, die Bärbel, die Christel, die Inge und das Puppenbaby Strampelchen. Die Modelle wurden auch in kleinen Größen für die Puppenstube hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das brennbare Celluloid durch das stabilere und sichere Tortulon ersetzt. Ab 1950 wurde Celluloid aufgrund der hohen Brandgefahr verboten. Im Jahre 1966 wurde die Firma umbenannt in Fa. Schildkröt AG.
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