2000-0126 - Taufschale für Haustaufe

Sachgruppe Geburt und Taufe
Material Porzellan, Gold
Technik glasiert
Datierung 1934
Maße Höhe: 8cm, Durchmesser: 16cm, Breite: 14cm

Weiß glasierte Porzellanschale mit stark geschwungenem, vergoldetem Rand und Fußrand, außen umlaufend ein erhabenes florales Design mit goldenen Sprenkeln. Auf der Innenseite, unterhalb des Randes, in goldenen gotischen Buchstaben bezeichnet "Zur heiligen Taufe". Auf dem Schalenboden ein sternförmiges, goldenes Muster: ausgehend von einem Kreis, vier lanzettförmige Blätter und vier tulpenförmigen Blüten im Wechsel.
1934 wurde die Schale für die Haustaufe der Spenderin verwendet, der jüngsten Tochter Elke des Elmshorner Lehrers und Heimatfotografen Max Stehn.

Seit der Kirchenlehrer Augustinus von Hippo die Lehre von der Erbsünde formulierte, sah die Theologie die Taufe als unverzichtbar für das Seelenheil und damit die Erlösung an. Augustinus hielt es für ausgeschlossen, dass ungetaufte Kinder in das Paradies oder auch nur in einen anderen Ort der Glückseligkeit eingehen könnten. Die Synode von Karthago im Jahr 418 verfestigte diese Lehre und damit die Ansicht, dass Säuglinge, die ungetauft sterben, in die Hölle kommen. Im Mittelalter wurde diese Lehre (allerdings nicht von offizieller kirchlicher Seite) wieder abgemildert: Die ohne persönliches Verschulden vom Himmel ausgeschlossenen Seelen kommen demnach zwar weiterhin, der kirchlichen Lehre entsprechend, in die Hölle, aber an einen besonders milden Ort an deren Rand, genannt Vorhölle oder Limbus.

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