Das besondere Objekt Dezember 2025
Schlittschuhe mit Stiefel
Objektdaten
| Material: | Leder, Metall und Kunststoff |
| Maße: | Höhe: 31,5cm, Breite: 9,5cm, Länge: 33cm |
| Inventarnummer: | 2016-0244 |
| Datierung: | 1950er-Jahre |
Objektbeschreibung:
Es handelt sich um ein Paar Eishockey-Schlittschuhe, die mit angenieteten Stiefeln aus schwarzbraunem Leder ausgestattet sind. Die Stiefel verfügen über eine "Losch"-Schnürung, die durch schwarze Schnürsenkel und Ziernähte ergänzt wird. Auf der Ledersohle der Schuhe ist die Größenangabe "43" eingeprägt.
Die Kufen tragen die Prägung "Professional Canadian Type" und sind am hinteren Ende mit einer weißen Schutzkappe aus Kunststoff versehen. Als Hersteller der Schuhe ist der Name "Holger Laube" auf dem Schuh vermerkt.
Schlittschuhe und Schlittschuhlaufen
Die Schlittschuhe selbst veränderten sich im Laufe der Zeit deutlich. Früher befestigte man die Kufen mit einer Schraube oder mit Metallklammern, deren Breite man verstellen konnte. Viele Modelle wurden erst an normale Schuhe angebracht. Erst später entstand die feste Verbindung zwischen Schuh und Kufe. Lederne Schlittschuhe, wie man sie aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert kennt, waren lange Zeit teuer und deshalb nicht für alle erschwinglich. Mit der Zeit wurden sie jedoch zur üblichen Form des Schlittschuhs. Moderne Schlittschuhe bestehen heute aus Kunststoff oder anderen leichten Materialien und ihre Kufen können ausgetauscht werden.
Schlittschuhe haben eine sehr lange Geschichte. Schon vor vielen tausend Jahren nutzten Menschen im Norden Europas Knochenschienen, um im Winter besser über zugefrorene Flüsse und Seen zu kommen. Diese frühen Schlittschuhe bestanden aus Tierknochen, durch die Löcher gebohrt wurden, damit man sie am Fuß befestigen konnte. Mit einem Stock stieß man sich ab und glitt so über das Eis. Im Laufe der Zeit wurden die Kufen durch Metall ersetzt. Durch geschliffene Eisenkufen konnte schneller, leichter und sicherer als früher gelaufen werden.
Als die Technik der Schuhe besser wurde, änderte sich auch die Art des Schlittschuhlaufens. In vielen Regionen, darunter auch Elmshorn, gehörte das Eislaufen im Winter fest zum Alltag. Flüsse und Wiesen standen im Winter oft unter Wasser und froren zu großen Eisflächen zu. Dort konnten Kinder und Erwachsene weite Strecken laufen. In Elmshorn lagen solche Flächen zum Beispiel an der Krückau und rund um die Offenau.
Schlittschuhlaufen war für viele ein gemeinsames Erlebnis. Man sprang über zugefrorene Gräben, traf Freunde und verbrachte ganze Nachmittage auf dem Eis. Trotzdem konnte das natürliche Eis gefährlich sein. Wenn die Kälte nachließ, brach das Eis manchmal ein. Deshalb wurden später künstliche Eisflächen angelegt, in Elmshorn wurden nach dem Krieg Plätze im Winter geflutet, damit Jugendliche weiterlaufen konnten. Heute übernehmen Eisbahnen in Innenstädten diese Aufgabe.