Objekt des Monats Februar 2026
Commodore Executive Computer SX-64
Objektdaten
| Material: | Metallgehäuse, Kunststoff, Elektronik |
| Maße: | Höhe 23cm, Breite 38cm, Tiefe 33cm (Transportform) |
| Hersteller: | Commodore Business Machines (CBM) |
| Hergestellt: | ab 1983 |
| Inventarnummer: | 2014-0238 |
Ein Computer mit Geschichte:
Auf den ersten Blick wirkt er wie ein alter Computer: kein flacher Heimcomputer wie sein berühmter Verwandter der c64, sondern ein silbergrauer Kasten mit anthrazitfarbenen Kunststoffteilen, fast wie ein tragbarer Werkzeugkoffer. Doch der Commodore Executive Computer SX-64 ist sozusagen der größere Bruder des C64: Er war die tragbare Version des C64 und gilt als einer der ersten Farb-„Laptops“ der Welt, auch wenn er aufgrund seines Gewichts(10,5 kg) eher getragen als „mitgenommen“ wurde.
Die Front ist aufklappbar, darin befindet sich die abnehmbare Tastatur. Sie wird über ein spezielles Kabel angeschlossen, das in einer schwarzen Reißverschlusstasche mit zwei quadratischen Steckkartons aufbewahrt wird (eine davon leer). Öffnet man das Gerät, blickt man auf einen eingebauten 5-Zoll-Farbmonitor sowie ein fest verbautes Diskettenlaufwerk, beides im Gehäuse integriert, ohne dass weitere externe Geräte nötig wären.
Der SX-64 aus unserer Sammlung wurde bei Brinkmann in Hamburg für DM 1.400,-- erworben und dann 2014 dem Industriemuseum geschenkt.
Was ist der SX-64?
Heute verbinden wir tragbare Computer mit schlanken Geräten, die kaum mehr als ein Buch wiegen. Der SX-64 ist hingegen ein besonderes Beispiel aus einer frühen Phase der mobilen Computertechnik.
Was zeichnet ihn aus?
Tragbare Version des Commodore 64
5-Zoll-Farbmonitor fest eingebaut
Integriertes Diskettenlaufwerk
Aufklappbare Front mit abnehmbarer Tastatur
Expansionsport unter einer kleinen Klappe auf der Oberseite (Ein Expansionsport ist eine Schnittstelle an Computern und Spielkonsolen, die dazu dient, die Hardware-Funktionen des Systems nachträglich zu erweitern)
Mehrere Schnittstellen auf der Rückseite:
Controlport 1 und 2, Audio/Video, serielle Schnittstelle, Userport
Netzbetrieb (kein Akku)
Auf der Unterseite befindet sich ein Typenschild mit technischen Angaben, darunter die Seriennummer GA6004530 sowie 220 V, 50 Hz, 0,35 A. Damit weiß man: Der SX-64 war ein professionell gedachtes Gerät, ein Transportcomputer für Präsentationen oder technisches Arbeiten unterwegs.
Der SX-64 in der Technikgeschichte
Der SX-64 gehört zu einer kleinen Gruppe früher tragbarer Computer, die den Versuch unternahmen, Desktop-Leistung in ein transportierbares Gehäuse zu bringen. Seine Bauweise, Bildschirm, Laufwerk und alle Anschlüsse in einem Koffer, ist heute ikonisch geworden und zeigt anschaulich, wie sich Ingenieure in den 1980er Jahren die Zukunft mobiler Elektronik vorstellten.
Während andere Hersteller monochrome Displays verwendeten, bot der SX-64 bereits Farbdarstellung, was ihn zu einem technischen Blickfang machte. Sein markantes Äußeres, das metallisch färbendes Gehäuse und der Tragegriff sorgten dafür, dass er in Werbung und später auch in Sammlungen oft als Symbol einer Designphase umschrieben wird, da es nicht der Norm für Computer entsprach.
Wer oder was war Commodore?
Der SX-64 stammt aus der Firma Commodore Business Machines, einem der größten Computerhersteller der 1980er Jahre. Commodore entwickelte sogenannte Heimcomputer, die in vielen Haushalten und Betrieben weltweit genutzt wurden. Der SX-64 war eine Art Spezialgerät innerhalb dieser Produktlinie: eine subjektiv bessere transportable Ergänzung zum weit verbreiteten Modell C64.
Da Commodore sowohl Gehäuse als auch Elektronik selbst produzierte, konnten sie Experimente wagen, wie dieses ungewöhnliche Mobilkonzept, das seiner Zeit in Form und Präsentation voraus war.
Warum ist dieses Objekt so besonders?
Er zeigt eine frühe Vorstellung von Mobilität in der Computertechnik.
Er demonstriert die besondere Gestaltung und Ingenieurskunst von Commodore.
Mit seinem Farbmonitor, dem integrierten Diskettenlaufwerk und der markanten Tastatur ist der SX-64 ein technisches Zeitzeugnis, schwer, ungewöhnlich und doch wegweisend. Im Industriemuseum Elmshorn zeigt er, wie Mobilität im Computerzeitalter begann: mit Metallgehäuse, Tragegriff und einer Vision davon, die Welt digital mitnehmen zu können.