Objekt des Monats April 2026

Autoliv Dummy ("Kevin")

Objektdaten

Objektbeschreibung

Bei diesem Objekt handelt es sich um einen lebensgroßen Dummy des Herstellers UTAC. Die Figur ist etwa menschengroß, wiegt ungefähr 80 Kilogramm und stellt den Körper eines erwachsenen Mannes dar. Der Dummy besitzt nur ein Bein und sitzt auf einem gelben Rollwagen. Der Körper besteht überwiegend aus Kunststoff und Metall. Der Kopf des Dummys ist goldfarben. Der Dummy trägt einen blauen Overall und sitzt auf einem gelben Rollwagen, wodurch er leicht transportiert werden kann. Der Aufkleber auf seiner Stirn (19/MAN16/95%) gibt Hinweise auf den Typ des Dummys oder auf eine Testreihe.
Unter dem Aufkleber ist auf dem Kopf die Gravur „Utac Ceram“ zu erkennen. UTAC (United Test and Assembly Center ) ist ein Unternehmen, das sich unter anderem mit Test- und Prüfsystemen in der Automobilindustrie beschäftigt.
Der Dummy ist beweglich und kann für Demonstrations- oder Testzwecke positioniert werden. Solche Dummys werden verwendet, um bei Sicherheitstest die Wirkung von Sicherheitsgurten bei Verkehrsunfällen auf den menschlichen Körper zu simulieren. Unseren Dummy „Kevin“ haben wir am 07. September 2024 im Zuge der Schließung des Elmshorner Autoliv-Werks in unseren Bestand aufgenommen. Damit haben wir ein Stück Elmshorner Industrie- und Technikgeschichte erhalten.

Ein Dummy für die Sicherheit

Auf den ersten Blick wirkt die Figur wie eine lebensgroße Puppe in Arbeitskleidung, einen im Allgemeinen als „Crashtest-Dummy“ bezeichneten Dummy. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein spezielles Modell, welches explizit für die Tests von Sicherheitsgurten verwendet wird. Dabei wird der Dummy auf einem Schlitten bewegt, um Gurtsysteme zu testen und ihre Wirkung auf den menschlichen Körper zu untersuchen. Im Gegensatz dazu sind „richtige“ Crashtest-Dummys mit Sensoren ausgestattet und liefern zusätzlich wichtige Daten für die Entwicklung sicherer Fahrzeuge. Dementsprechend existieren mehrere Varianten von Dummys.

Verschiedene Dummy-Typen:

- Frontalaufprall-Dummys: Wie unser „Kevin“ (Modell Hybrid III), sie sind darauf spezialisiert, die Vorwärtsbewegung gegen Gurt und Airbag zu messen.
- Seitenaufprall-Dummys: Diese haben eine beweglichere Brustpartie, um Stöße von der Seite auf Rippen und Becken zu simulieren.
- Heckaufprall-Dummys: Mit einer besonders feinen Wirbelsäule ausgestattet, um das Risiko eines Schleudertraumas zu untersuchen.

„Kevin“ ist Teil einer großen, künstlichen Familie. Da Menschen unterschiedliche Körpermaße haben, verwendet Autoliv verschiedene Dummy-Typen, um jeden Insassen bestmöglich zu schützen. So gibt es neben dem Durchschnittsmann auch Modelle für die „kleine Frau“ (5. Perzentil) sowie spezielle Kinder-Dummys, die vom Neugeborenen bis zum Zwölfjährigen alle Altersstufen abdecken. Kevin selbst ist als „95%-Mann“ (wie der Aufkleber auf seiner Stirn verrät) ein Repräsentant für besonders großgewachsene und schwere Personen.

Ein Detail, das bei Kevin sofort auffällt, ist, dass er nur ein Bein besitzt. Während bei kompletten Fahrzeug-Crashtests meist Zwei-Bein-Dummys eingesetzt werden, um die Interaktion mit den Pedalen und dem Fußraum zu prüfen, reicht für spezifische Tests oft ein einzelnes Bein aus. Bei sogenannten Schlittenversuchen, in denen Autoliv gezielt die Funktion von Sicherheitsgurten oder Airbags untersucht, dient das einzelne Bein primär dazu, den Dummy in der korrekten Sitzposition zu stabilisieren. Diese Bauweise macht den rund 80 Kilogramm schweren Prüfkörper für die Ingenieure im Labor deutlich handlicher, ohne die Präzision der Messergebnisse im Oberkörper- und Kopfbereich zu beeinflussen.

Autoliv in Elmshorn

Der Dummy stammt aus dem Umfeld der Firma Autoliv, die von 1973 bis 2025 auch einen Standort in Elmshorn hatte. Autoliv entwickelt und produziert Sicherheitssysteme für Fahrzeuge und arbeitet mit vielen großen Automobilherstellern weltweit zusammen.
Zu den wichtigsten Produkten gehören Airbags, Sicherheitsgurte, Lenkräder und Sitzsysteme. Diese Systeme sollen Menschen bei Unfällen schützen oder Unfälle sogar verhindern.


Warum sind Crashtest-Dummys wichtig?

Crashtest-Dummys spielen eine wichtige Rolle für die Verkehrssicherheit, mit ihnen können Unfälle realistisch simuliert werden, ohne dass Menschen gefährdet werden. Sensoren im Inneren messen zum Beispiel die Kräfte, die bei einem Aufprall auf Kopf, Brust oder Beine wirken. Die gewonnenen Daten helfen dabei, Autos immer sicherer zu machen. Der Dummy „Kevin“ erinnert somit nicht nur an die Arbeit eines Unternehmens in Elmshorn, sondern auch an die Entwicklung moderner Sicherheitstechnik im Auto.