Zeit & Bewegung - Kinetische Objekte von Bernhard Schwichtenberg

Beginn:

Datum: 14.08.2005

Ende:

Datum: 30.10.2005

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Einzigartige Ausstellung zu Zeit+Bewegung an einem einzigartigen Ort

Kunst in Alltags- und Industriemuseen zu präsentieren liegt vielen fern, nicht jedoch dem renommierten Kieler Künstler und ehemaligen Professor Bernhard Schwichtenberg: „Ich halte Museen der Alltagsgeschichte für die wichtigsten Museen überhaupt. Sie leisten kulturelle Feldarbeit. Das Industriemuseum Elmshorn hat mir auf Anhieb gut gefallen.“ Schichtenberg und Industriemuseum – das passt und so zeigt das Elmshorner Haus kinetische Objekte von Bernhard Schwichtenberg in der Ausstellung „Zeit+Bewegung“ vom 14. August bis zum 30. Oktober 2005.

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (S.-H.) stellte in ihrer Rede anlässlich der Verabschiedung des Professors aus seiner Lehrtätigkeit an der Muthesius-Hochschule fest: „Sein Ort als Künstler ist die Verbindung von Alltagskultur und Hochkultur.“ Dahinter steckt seine Überzeugung, dass „Kunst für jeden Einzelnen von uns und für die Gemeinschaft unersetzlich ist.“ Originell und provokativ verlässt Schwichtenberg die traditionelle zwei- und dreidimensionale Ebene der Kunst und bezieht die vierte Dimension Zeit und Bewegung mit ein. Seine kinetischen Objekte sind doppeldeutig. Sie bewegen sich, um etwas in Bewegung zu setzen. Sie fordern die Menschen zur kritischen Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Politik auf. Sein Anliegen in seinem gesamten Kunstschaffen ist, Menschen in Bewegung zu setzen. In seinen Materialkästen verfremdet er Fundstücke aus verschiedenen Zeiten und ordnet die Dinge neu. Ministerin Erdsiek-Rave stellte treffend fest: Er „ist ein Meister des Sammelns, der Collage und der Montage. Kasten, Leitungen und Schalter gehören zu seinem künstlerischen Handwerkszeug. Vor ihm ist kein Feuerzeug, kein Wecker, keine Mausefalle sicher. Was wertlos erscheint und überholt, was vermeintlich marginal ist und ‚out of order’, das wird durch den Künstler Bernhard Schwichtenberg wiederbelebt, indem es in eine neue Ordnung, in einen neuen Kontext gestellt wird.“ Walter Jens nannte ihn daher den „Augen-Öffner“. Schwichtenbergs streitbare „Sehstücke für Kopf und Bauch“ Materialcollagen in Holzkästen, kinetischen Objekten, Lichtspielereien und Drahtplastiken waren bisher an über 200 Ausstellungen weltweit beteiligt.

Das aktuelle Ausstellungsprojekt im Industriemuseum Elmshorn ist anlässlich des Projektes „Elmshorn: Zeiten einer Stadt“ initiiert. Dieses Modellprojekt im Rahmen der gemeinsamen Landesplanung der Metropolregion Hamburg will die Lebensqualität der Elmshorner erhöhen, indem gemeinsame Zeitangebote aufeinander abgestimmt und alltagsfreundliche Zeitgestaltung entwickelt wird.

„Zeit – was ist das eigentlich? Das Thema Zeit ist sehr abstrakt und so wollten wir im Industriemuseum mit einer Ausstellung die vielfältigen Facetten anschaulich beleuchten und die Menschen für das Thema sensibilisieren“ äußert die Museumsleiterin Bärbel Böhnke. Gedanken über die Zeit, die Geschichte der Zeitmessung und die Veränderung der Zeit durch die Industrialisierung sind überaus spannend. Nicht die Dampfmaschine, sondern die Uhr ist die wichtigste Maschine des Industriezeitalters. Die Uhr dient dazu, die Tätigkeit der Menschen zu synchronisieren. „Die kinetischen Objekte von Schwichtenberg hinterfragen genau diese Synchronisation, unsere Abhängigkeit von einer fremdbestimmten Zeit, die nicht mit der inneren Uhr jedes einzeln Individuums übereinstimmt“ sagte die Museumsleiterin, die auch besonders erfreut über das einmalige Rahmenprogramm zur Ausstellung „Zeit+Bewegung“ ist. Bernhard Schwichtenberg und das Industriemuseum bieten am 21. August, 7. September und am 6. Oktober jeweils ab 14 Uhr Aktionen wie der Bau einer Zeitmaschine oder Löten von Drahtobjekten mit dem originellen Künstler an.

Auch die Ausstellungseröffnung am 14. August um 11 Uhr ist etwas ganz besonderes: „Zeitkümmerer“ begrüßen die Besucher und werben für den Aktionstag „Elmshorn sucht seine Zeitdiebe“ am 7. September und statt einer Einführungsrede stellt sich Bernhard Schwichtenberg einem Gespräch mit Gerd W. Ahrens (Vorstandsmitglied Kunstverein Elmshorn) und dem Künstler Anders Petersen (Kulturpreisträger der Stadt Elmshorn) moderiert von Knuth Peneranda-Quast (Redakteur Elmshorner Nachrichten) zur Verfügung. Passend zum Thema das musikalische Rahmenprogramm „Die Erde ist ein großer Wandelstern“ Gedanken über die Zeit von und mit Anna Haentjens.