Walfang im Eismeer - Walfang in Schleswig-Holstein
Datum: 20.06.2010
Datum: 24.10.2010
Wale wurden auf allen Weltmeeren bejagt. Mir ihren dicken Speckschichten lieferten sie wertvolle Rohstoffe, für die die Walfänger gefährliche Reisen auf sich nahmen. Die vom Kieler Schifffahrtsmuseum erarbeitete Sonderausstellung widmet sich diesem spannenden Kapitel der Kultur- und Seefahrtsgeschichte. Die abwechslungsreiche Schau gewährt Einblicke in die Geschichte des Walfangs, in Leben und Arbeiten auf den Walfangschiffen und in den Wandel Fangtechnik. Speckmesser, Harpunen und andere Gerätschaften, machen augenfällig, wie mühselig und gefährlich einst die Jagd auf den Wal war. Davon zeugen auch zahlreiche Gemälde, Grafiken und Dokumente in der Ausstellung.
Walfang in Schleswig-Holstein
An den Küsten Schleswig-Holsteins tauchten die geheimnisvollen Meeressäuger nur selten auf. Doch bereits seit dem 17. Jahrhundert machten sich von hier aus immer mehr Männer auf, um zwischen Grönland und Spitzbergen die begehrtern Wale zu jagen. Sie verdienten gut an dem Geschäft mit Tran und Speck, das bald zu einer Dezimierung der Walbestände führte. Immer weiter mussten die Schiffe ins Eis und begaben sich so immer mehr in Gefahr.
Elmshorner Walfang
Männer aus Elmshorn fuhren seit dem 18. Jahrhundert vor allem auf Hamburger Schiffen auf Wal- und Robbenfang. Darüber hinaus besaßen einige Elmshorner Geschäftsleute Anteile an Glückstädter Grönlandfahrern, aber es existierte keine eigene Elmshorner Reederei. Erst im Jahre 1816 gründeten fünfzehn Handwerker und Gewerbetreibende eine Reederei in Elmshorn, um endlich am Geschäft mit Walen und Robben teilhaben zu können. Hintergrund dieser Entscheidung war mit heutigen Worten ein „Westküstenförderprogramm“ des dänischen Königs, der staatliche Subventionen in Form von Ausrüstungsprämien gewährte. Gekauft wurde ein in Flensburg gebautes Dreimastschiff und im März 1817 lief die „FLORA“ auf Wal- und Robbenfang aus. Bedingt durch die bereits im 17. und 18. Jahrhundert erfolgte Reduzierung des Wal- und Robbenbestandes waren die Fangergebnisse in jedem Jahr stark schwankend. Angesichts der Jahre mit guten Fangergebnissen kaufte die Elmshorner Reederei noch drei weitere Schiffe für Elmshorn an: die „STADT ALTONA“ fuhr von 1836 bis 1865 auf Walfang und die „MAGDALENE FRIEDERIKE“ von 1853 bis 1860. Der ebenfalls 1853 erworbenen „JOHANN CHRISTOPH“ war das Glück nicht hold, sie ging gleich auf der ersten Fangreise unter. 1872 endete die 55jährige Elmshorner Ära des Grönlandfanges, da die mit Segelschiffen zu erreichenden Fanggebiete endgültig leer waren.