Heimat ist für mich...
Datum: 06.09.2009
Datum: 17.01.2010
Heimat erlebt eine Renaissance als Gegenentwicklung zur Globalisierung – doch was wir unter dem Begriff Heimat verstehen, hat sich im Lauf der Geschichte stark verändert.
Derzeit sind regionale Themen hoch im Kurs. Ob plattdeutsche Bücher, Krimis mit Lokalkolorit, Tasche mit Heimat-Schriftzug oder die Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte der Region – immer mehr Menschen greifen zu Dingen, die Identität stiften. Heimat- und Stadtmuseen sind dementsprechend sehr beliebt. Aus Anlass der Neueinrichtung der Außenstelle des Industriemuseums, dem Konrad-Struve-Haus der Ortsgeschichte, begeben wir uns auf die Suche nach persönlichen „Heimat-Gegenständen“. Wir möchten wissen, was Heimat heutzutage bedeutet und zwar für alle Menschen – ob klein ob groß, ob alter Krückaustädter in 10. Generation oder jüngst aus fernen Ländern nach Elmshorn gezogen.
Was ist Heimat?
Ist Heimat ein Ort? Ist Heimat ein Gefühl? Für die Deutschen ist das Wort „Heimat“ ein vielfach gebrauchter Ausdruck.
Will man ihn aber übersetzen, gibt es Probleme. Heimat ist ein typisch deutscher Begriff, der eine eindeutige Übersetzung in andere Sprachen nicht zulässt. Englisch „homeland“ oder „roots“ bezieht sich auf die Heimat als das Vaterland, in dem man geboren wurde, auf den Ort der Verwurzelung. Die Sinnvielfalt des deutschen Heimatbegriffs ist in diesen Wörtern jedoch nicht enthalten. Denn Heimat ist nicht nur Geburtsort oder das eigene Wohnhaus, sondern Heimat ist noch mehr. Die Erinnerung gehört dazu, vieles ist im Unterbewusstsein vergraben: vorbeiziehende Wolken, der Geruch von frisch gemähten Gras, der Geschmack von Yamswurzel und Kochbanane oder die von der Mutter vorgelesene Gute-Nacht-Geschichte.
Was ist in der Ausstellung zu sehen?
Das Industriemuseum zeigt, was die Menschen mit dem Begriff Heimat individuell verbinden und welcher Gegenstand diesem Heimatgefühl jeweils zugeordnet wird. Jeden Tag kommen Heimatdinge neu hinzu, erst am letzten Tag des Ausstellungsprojektes wird die gesamte Vielfalt zu sehen sein. Begleitend präsentieren wir ausgewählte Elmshorner Heimat-Gegenstände aus der Museumssammlung wie das links abgebildete Stadtwappen.
Die Ausstellung bietet auch einen Überblick über die Geschichte des Heimatbegriffs, der durch die nationalsozialistische „Blut- und Bodenideologie“ extrem negativ belastet worden ist. Danach hatte der Begriff Heimat lange ein konservatives und verstaubtes Image und wurde mit Trachtenverein, Filmschnulze und ländlicher Idylle gleichgesetzt.
Inzwischen gewinnt der Begriff Heimat zunehmend wieder an Bedeutung, er hat für die Meisten nichts Deutschtümelndes mehr, sondern ist wieder selbstverständlicher geworden.
Alle Menschen brauchen eine Heimat – diese Ausstellung zeigt wie vielfältig Heimat sein kann.
Machen Sie mit !
Stellen Sie ihr Heimatobjekt im Industriemuseum aus: Wir suchen Gegenstände, die für Sie ganz persönlich „Heimat“ bedeuten. Ob Himbeerbonbons der Kindheit, Teddybär oder
ein Ziegelstein – leihen Sie uns Ihren Heimat-Gegenstand für das Ausstellungsprojekt aus. Zum Exponat benötigen wir von Ihnen einen kurzen Text zum Thema „Heimat ist für mich…“
Bis zum Ende der Sonderausstellung am 17. Januar 2010 kann sich jeder und jede aus Elmshorn und Umgebung – ob jung oder alt, ob in Elmshorn geboren oder zugezogen – beteiligen. Die Ausstellung wird mit jedem Tag umfangreicher.
Aktion Heimat-Lose
Bei der Finissage werden auch die Gewinner aus der Aktion Heimat-Lose gezogen. Für 1 Euro pro Los gewinnen Sie mit etwas Glück ein Stück Elmshorner Heimat. Mit dem Erwerb eines Loses unterstützen Sie die Erstellung eines interaktiven Kataloges der Ausstellung „Heimat ist für mich…”, der im neu eingerichteten Konrad-Struve-Haus dauerhaft zu sehen sein wird.