"Gruss aus Elmshorn" Stadtansichten auf historischen Postkarten

Beginn:

Datum: 19.10.2008

Ende:

Datum: 11.01.2009

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Ansichtspostkarten – heute fast nur noch zum Versenden von Urlaubsgrüßen genutzt – haben sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu einem Massenmedium entwickelt, das zu vielfältigen Zwecken eingesetzt wurde. Die Ausstellung präsentiert das Medium Postkarte am Beispiel Elmshorns von der Jahrhundertwende bis zur Gegenwart. Ähnlich anderer Städte im Deutschen Reich vergrößerte sich Elmshorn seit Ende des 19. Jahrhunderts rasch. Industrialisierung und Bevölkerungswachstum veränderten die Stadtansichten radikal ebenso wie der Zweite Weltkrieg und der danach einsetzende Bauboom seit den späten 1950er Jahren. Viele Postkarten dokumentieren diese Entwicklung und veranschaulichen den Wandel der Stadt. Die Ausstellung mit der bunten Vielfalt ist bis zum 11. Januar 2009 im Industriemuseum Elmshorn zu sehen.

Zu der Postkartenausstellung erscheint am 10. November ein Sammlungskatalog als 21. Band in der Reihe „Beiträge zur Elmshorner Geschichte“ mit dem gleichnamigen Titel „Gruss aus Elmshorn“. Das Buch zum Preis von 18 Euro enthält alle in der Ausstellung gezeigten Postkarten in einem umfangreichen Bildteil, dem eine kurze Einleitung über das Sammelobjekt Postkarte vorangestellt ist sowie ein kurzer Abriss über die Geschichte der Postkarte.

Noch vor vier Jahren existierten nur rund 150 Postkarten im Original im Bestand von Stadtarchiv und Industriemuseum. Inzwischen gelang mit Hilfe des Fördervereins des Industriemuseums der Ausbau der Postkartensammlung zu einer fundierten und umfangreichen Sammlung von über 1000 Elmshorner Ansichtskarten. Aber nicht nur Elmshornkarten, sondern zum Beispiel auch Gruss-Karten aus New York oder ein Sammelalbum mit Weihnachts- und Neujahrs-Grußkarten fanden den Weg in das Museum.

Ein repräsentativer Querschnitt durch diesen Sammlungsbestand zeigt nun die neue Sonderausstellung im Industriemuseum. Die Postkarten reichen zeitlich von den 1890er bis in die 1970er Jahre. Der größte Teil der Karten wurde zwischen 1897 und dem 1. Weltkrieg gedruckt. Das ist kein Zufall, denn diese Zeit wird auch häufig das „Goldene Zeitalter“ der Postkarte genannt. Die Postkarte war ein Erfolgsmodell, obwohl die Idee offene Karten ohne Umschlag per Post zu befördern zunächst lange abgelehnt wurde. Erst ab 1870 konnten so genannte Korrespondenzkarten verschickt werden. Auf der Adress-Seite waren meist nur ein Wappen und die Adresszeilen zu sehen. Die Rückseite blieb für die Mitteilungen frei. Das änderte sich bald mit der illustrierten Postkarte. Die älteste Elmshorner Ansichtspostkarte der Museumssammlung stammt übrigens aus dem Jahr 1897.

In der Auswahl der Karten wurden Motive bevorzugt, die bisher nicht veröffentlicht worden sind, aber dennoch einen hohen dokumentarischen Wert haben. Weiterhin wird die enorme Bandbreite der Motive und Gestaltungen der Karten gezeigt. Mit großer Phantasie wurde selbst der belanglosesten Ortsansicht von Elmshorn Bedeutung verliehen, indem sie von einem „reizvollen Rahmen“ aus Blüten, Kleeblättern oder – wenn es patriotisch sein sollte – aus Eichenlaub bekränzt war. Hinzu kommen Darstellungen von Elmshorn bei Nacht – so genannte Mondscheinkarten – und Karten mit Applikationen wie beispielsweise Glitter.

Der Ausstellungsrundgang beginnt mit einer Kurzeinführung in die Geschichte der Postkarte und über das Sammelobjekt Postkarte. In zwei Bilderrahmen werden Variantenbeispiele kurz vorgestellt. Es folgt ein Querschnitt von besonders prachtvoll kolorierten Bildkarten – diese 24 Postkarten sind übrigens in dem Sammlungsband entsprechend in Farbe gedruckt. Nach Beispielen für Mehrbildkarten mit bis zu 12 verschiedenen Motiven auf der Ansichtsseite und Panorama-Aufnahmen werden Ansichten von Plätzen und einzelnen Straßenzügen topografisch vom Zentrum zum Stadtrand hin präsentiert. In den Bildunterschriften ist jede Karte kurz beschrieben und soweit bekannt der Verlag angegeben. Wenn vorhanden wurde das Jahr des Poststempels aufgeführt. Da einige Karten erst wesentlich später versandt oder auch mehrfach wieder aufgelegt worden sind, ist bei diesen zusätzlich eine Angabe zum vermuteten Aufnahmedatum beigegeben. Das gleiche gilt für das Datierungsverfahren bei Karten ohne Poststempel.